13. Hochhäuser: Höhenbeschränkung auf 100 m?

 

Sind Sie dafür oder dagegen, dass in München auch künftig eine Höhenbeschränkung für Hochhäuser auf 100 m gilt?

 

ÖDP, Tobias Ruff:

Ich bin gegen Hochhäuser über 100 m in München. Um die derzeit laufenden Pläne von Hochhäusern in München abzuwenden haben wir erst kürzlich ein Ratsbegehren hierüber beantragt. Hochhäuser sind teuer, da sehr viel Technik z.B. für den Brandschutz notwendig ist. Es bedarf doppelter Fluchttreppen und Aufzugsanlagen. Aufgrund von Abstandregularien ist mit ihnen auch keine höhere Dichte zu erreichen. Günstiger Wohnraum kann deshalb nicht entstehen. Stattdessen schaffen sie ein anonymes Wohnumfeld und schädigen unser Stadtbild für Jahrzehnte. Die umgebenden Freiflächen sind in der Regeln mit Tiefgaragen unterbaut, so dass hier auch kein hochwertiges Grün mit einem entsprechenden Baumbestand möglich ist.

 

Bayernpartei, Richard Progl:

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser über 100m, wollen aber einen restriktiven Umgang und immer eine strenge Überprüfung von Umgebung, Beeinträchtigung der Nachbarschaft und Sichtachsen. Es gibt unserer Meinung nach nur wenige Plätze in München, wo Hochhäuser wirklich hinpassen und zugelassen werden sollten (Bsp. Vogelweideplatz).

 

FDP, Jörg Hoffmann:

An manchen Stellen in unserer Stadt, wie z.B. an der Postpakethalle sehen wir durchaus das Potential für Hochhäuser, die auch mal höher sein dürfen als 100 Meter. Mit solchen Akzenten würde München gewinnen und noch kein zweites Frankfurt werden. Die meisten Häuser in München werden die 100 Meter Marke aber nicht erreichen, insbesondere die Wohnhäuser bleiben meist weit darunter. Wir würden gern aber auch Wohnhäuser etwas höher bauen: nicht die in München häufigen 3-4 Stockwerke, sondern bis zu 8 Stockwerke wären möglich ohne zusätzliche Auflagen bzgl. Treppenhäusern etc. So könnten wir mehr Wohnraum gewinnen, der im Verhältnis günstiger ist, als wenn man für diese Stockwerke neue Grundstücke nutzen müsste. Außerdem könnten wir auf den damit gesparten Flächen zusätzliche Grünanlagen mit großen Bäumen anlegen, die unser Stadtklima verbessern. Wir sprechen uns also klar dafür aus, höher zu bauen, statt München bis auf den letzten Fleck zu versiegeln.

 

FREIE WÄHLER, Peter Mehling:

Die FREIEN WÄHLER sind grundsätzlich für höheres und damit flächensparendes Bauen. Hier lässt sich allerdings auch sehr viel durch Erhöhung bestehender Mietshäuser um ein bis zwei Stockwerke erreichen. Außerordentlich wichtig ist, dass die städtebauliche Entwicklung auf die Anpassung an den Klimawandel erfolgt. Hierzu sind alle vorhandenen Frischluftschneisen tabulos frei gehalten werden. Durch Forderung und Förderung von Gebäude- und Dachbegrünung im Rahmen von Umbau- und Neubaumaßnahmen soll dem Klimawandel in der Stadt nachhaltig entgegengewirkt werden.

 

AfD, Wolfgang Wiehle:

Ich bin dafür, dass Hochhäuser in München, speziell innerhalb des Mittleren Rings, auch weiterhin nicht die Höhe der Frauentürme überschreiten sollen – also 99 Meter.

 

Die Linke, Thomas Lechner:

Wir sehen die Stadt der Mehrheit des Hochhaus-Entscheides von 2004 verpflichtet. Nach unserer Meinung kann nur ein neuer Ratsentscheid diese Position ändern. Generell lehne ich eine Lockerung für Prestigehochhäuser für Unternehmen ab und mache den Bau in die Höhe von sozialen und ökologischen Kriterien, etwa zur möglichen Schaffung sozialen Wohnraums abhängig.

 

Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Habenschaden:

Die Grünen sind der Auffassung, dass die Qualität eines Gebäudes nicht nur von seiner Höhe abhängt. Wir haben daher den Bürgerentscheid zur Einführung dieser Höhenbeschränkung damals nicht unterstützt, werden ihn aber weiterhin respektieren, solange es keinen anderslautenden Beschluss der Bürgerinnen und Bürger gibt.

 

SPD, Dieter Reiter:

Ich habe immer gesagt, für mich ist das konkrete Projekt entscheidend und nicht die Frage, ob ein Haus 100 oder 105 m hoch ist. Für den Bau bezahlbarer Wohnungen werden uns Hochhäuser nicht weiterhelfen. Aber an geeigneten Standorten und bei guter Architektur, können sie durchaus einen guten Beitrag im Städtebau leisten. Bei jedem Hochhausprojekt wird die Öffentlichkeit beteiligt – auch über die Höhe wird in diesem Rahmen diskutiert und dann in jedem Einzelfall das beste entschieden.

 

CSU, Kristina Frank:

Wir finden, dass es außerhalb des Mittleren Rings an geeigneten Standorten eine gewisse Höhenentwicklung im Rahmen der Hochhausstudie geprüft werden sollte.

 

 

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